»Der Meister und Margarita« nach Michail Bulgakow

»Der Meister und Margarita« nach Michail Bulgakow

Zusammenfassung für dieses Angebot

In der Inszenierung von "Der Meister und Margarita" nach Michail Bulgakow entführt Timofei Kulyabin die Zuschauer:innen in ein Moskau, wo eine Spur der Zerstörung durch die Gesellschaft zieht, während das alltägliche Leben scheinbar unverändert weitergeht. Im Mittelpunkt steht Woland, ein mysteriöser Fremder, der mit seinem Gefolge von skurrilen Figuren die Grenzen zwischen Gut und Böse aufbricht und die Mechanismen totalitärer Gewalt offenbart. Die Aufführung richtet sich an ein Publikum, das sich mit dem Thema der Repression und deren makabren Komik auseinandersetzen möchte. Das Stück findet am 10. Juni 2026 in Frankfurt am Main statt.

Beschreibung

Eine Spur der Zerstörung zieht sich durch Moskau. Menschen werden verschleppt, gefoltert, hingerichtet oder unsichtbar gemacht. Gleichzeitig geht alles weiter, was man gemeinhin „normales Leben“ nennt: Straßenbahnen fahren, Geschäfte sind geöffnet, Menschen gehen ins Theater, machen Geschäfte, spinnen Intrigen.

Im Zentrum dieses Geschehens steht ein unheimlicher Fremder – ein Deutscher? Pole? Engländer? – begleitet von einem Gefolge skurriler Gestalten. Wer ist Woland wirklich, der sich selbst einen „Professor der schwarzen Magie“ nennt oder schlicht einen bescheidenen „Berater“? Ist das Böse, das von ihm auszugehen scheint, tatsächlich sein eigenes Werk? Oder verleiht er nur der allgegenwärtigen, diffusen Gewalt eine überraschend neue, scharf konturierte und brutale Form?

Eine Repression, die sich selbst zur neuen Normalität erklärt, verbreitet nicht nur Schrecken, sondern erzeugt zugleich eine unfreiwillige, makabre Komik: Diese neue Welt ist eine Farce – wenn auch eine blutige.

In seiner Bearbeitung von Der Meister und Margarita zeichnet der russische Exilregisseur Timofei Kulyabin das Bild einer korrupten Gesellschaft, in der die Unberechenbarkeit allgegenwärtiger Gewalt selbst zum System geworden ist. Aus der Perspektive einer forensischen Rekonstruktion legt er die Mechanismen heutiger totalitärer Herrschaft offen.