Medea

Medea

Zusammenfassung für dieses Angebot

In der Inszenierung von "Medea" in Bremen geht es um die tiefen Themen von Liebe, Verrat und der Suche nach Gerechtigkeit. Die Geschichte zeigt, wie Medea nach einem untreuen Jason, der ihre Familie verraten hat, zu extremen Mitteln greift, um den Schmerz zu verarbeiten. Besonders ist der Einsatz eines Chors aus Laiendarsteller:innen, der die gesellschaftlichen Fragen rund um Fremdenangst und Ausgrenzung spiegelt. Die Aufführung findet am 24. Mai 2026 statt und dauert etwa 1 Stunde und 30 Minuten ohne Pause.

Beschreibung

Was ist ein Versprechen wert? Welche Folgen hat ein gebrochenes Wort? Seit Jahrtausenden bewegt die Geschichte von Medea und Jason die Menschen – eine leidenschaftliche Liebe, die ebenso groß wie zerstörerisch ist.

Im Zentrum des Stücks stehen Themen wie Liebe und Verrat, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Macht und Ohnmacht. Medea hat Jason in ihrer Heimat Kolchis geholfen, für ihn ihre Familie verraten und sogar Verbrechen begangen. Gemeinsam fliehen sie nach Korinth, wo Jason als gefeierter griechischer Held aufgenommen wird, während Medea als Fremde und Außenseiterin misstrauisch betrachtet wird.

Zehn Jahre lang leben die beiden mit ihren Kindern scheinbar friedlich zusammen – bis Jason heimlich die Tochter des Königs heiratet, um gesellschaftlich aufzusteigen. Für Medea bricht damit ihre gesamte Welt zusammen. Der Mann, dem sie alles geopfert hat, verrät sie und verstößt sie gemeinsam mit den Kindern aus der Stadt.

Getrieben von Schmerz, Enttäuschung und grenzenloser Wut beginnt Medea einen verzweifelten Kampf um Würde und Gerechtigkeit. Dabei überschreitet sie schließlich eine Grenze, die selbst ihre engsten Vertrauten erschüttert: Um Jason vollkommen zu vernichten, tötet sie die gemeinsamen Kinder.

Euripides zeichnet seine Figuren ohne vorschnelle Urteile. Schuld und Verantwortung bleiben offen und werden an das Publikum weitergegeben. Unterstützt wird dies durch den Chor, der die Gesellschaft von Korinth repräsentiert – und damit auch uns selbst. Wie begegnen wir Fremden? Wen schließen wir aus, wen akzeptieren wir? Und wie weit treiben Angst und Vorurteile eine Gesellschaft?

Der Chor

An der Bremer Inszenierung wirkt ein Chor engagierter Laiendarsteller:innen mit. Die Gruppe entstand nach der Corona-Zeit aus dem Wunsch heraus, die Distanz zwischen Publikum und Theater zu überwinden und Menschen aktiv in den Theaterprozess einzubinden.

Der Chor steht – wie im antiken griechischen Theater – stellvertretend für die Gesellschaft, für die Stimmen der Öffentlichkeit und ihre moralischen Fragen.

Mitwirkende

Text und Regie: Petra-Janina Schultz
Bühne und Kostüme: Rike Schimitschek
Musik: Michael Meyer
Choreografie: Leila Bakhtali
Regieassistenz: Linus Wirth

Mit: Svea Auerbach, Michael Meyer, Ulrike Knospe, Markus Seuß

Dauer: ca. 1 Stunde 30 Minuten ohne Pause
Aufführungssprache: Deutsch